Mittwoch, April 18, 2012

Kommissar Zufall

Die Maya-Prophezeihung - Bo Sanders

Klappentext:

"Dezember 2012: In einem unterirdischen Berliner Bunker wird die Leiche einer erfolgreichen Unternehmerin entdeckt, bei der Leiche eine tödliche Prophezeiung. Kann diese mithilfe der Schriften einer grönländischen Schamanin entschlüsselt werden? Kommissar Lukas zieht eine Ethnologin hinzu, die aus der Botschaft einen Hinweis auf eine weitere Tote in London herausliest.

Als sie und Lukas dort ankommen, ist es bereits zu spät: Diesmal ist die Tote eine stadtbekannte Modedesignerin. Und wieder findet sich eine Botschaft mit einer grausigen Prophezeiung … Während unter Hochdruck ermittelt wird, nähert sich der 21.12.12 – der Tag, an dem der geheimnisumwobene Maya-Kalender endet. Geht an diesem Tag die Welt unter, wie eine ominöse Gruppe von Frauen predigt? Und was hat die rätselhafte Mordserie damit zu tun?"

Mein Senf: 

Ich gestehe, ich bin ein Riesen-Fan von Weltuntergangsszenarien, liebe die gute alte Johannes-Apokalypse und kann auch dem Mayakalender einiges abgewinnen. Von daher musste ich 'Die Maya-Prophezeiung' am Flughafen einfach mitnehmen.

Leider hält Bo Sanders nicht ganz, was ihr Titel verspricht. Zwar dreht sich alles um besagte Prophezeiung, aber leider ist mir Kommissar Zufall in diesem Buch präsenter als Sanders Held, Kommissar Max Lukas vom LKA Berlin. Der ist übrigens wie neuerdings in Krimis scheinbar so üblich, vom Schicksal gebeutelt und säuft, die Heldin ist tablettensüchtig und ihr Vater hat Alzheimer, so dass die für den Publikumserfolg nötigen Schicksalsschläge der Protagonisten vorhanden wären.

Ansonsten ist die Autorin sauber auf den Weltuntergangszug aufgesprungen, gibt diesem aber durchaus einen neuen Twist. Ihre Morde sind zudem kreativ, die Protagonisten trotz aller Mängel sympathisch und Grönland als Setting nett. Allerdings spielt, wie eingangs schon erwähnt, der Zufall eine zu große Rolle. Dafür gibt es Punktabzug, genauso wie für den Fact, dass der Täter trotz vieler roter Heringe schnell auf der Hand liegt.

Ansonsten merkt man, dass die Autorin Ethnologin ist. Sie weiß also, wovon sie bei der Maya-Kultur schreibt und man merkt, dass sie die Art, wie die Maya-Kodizes derzeit vermarktet werden, verachtet. Und da mir ihre Botschaft, nicht dem Spiel mit der Angst aufzusitzen, sympathisch ist, gibt es für diesen Erstling drei Punkte.

3 von 5 Punkten

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